28. November 2025. Nabeul - Bardot Museum - Nabeul
Das Nationalmuseum von Bardo in Tunis.
Dieses Museum wurde bereits zur französischen Kolonialzeit als «Musée Aloui» im ehemaligen Gebäude des Harems des Bardot Palasts eingerichtet. Nach der Unabhängigkeit Tunesiens im Jahr 1956 wurde es in «Nationalmuseum Bardot» umbenannt. Es ist nach dem Ägyptischen Museum in Kairo das bedeutendste archäologische Museum Nordafrikas.
| eine Ausstellungshalle mit Statuen |
Es zeigt neben dem türkischen Zeugma-Mosaik-Museum die weltweit grösste Sammlung römischer Mosaiken. Es sind offensichtlich so viele Mosaiken vorhanden, dass damit viele der Böden im ganzen Museum belegt und die Räume buchstäblich damit tapeziert sind.
| Mosaiken aus der Stadt Dougga, die wir am 25. November besucht haben |
| Mosaiken aus der Stadt Dougga |
| Mosaiken aus der Stadt Dougga |
Daneben werden umfangreiche Sammlungen historisch-künstlicher Objekte von der Frühgeschichte über die punische, griechische, römische, frühchristliche und arabische Epoche ausgestellt.
| eine Seite aus dem berühmten «Blauen Koran» |
| ein frühchristliches Taufbecken |
| eine punische Göttermaske |
| die Eingangshalle zur Ausstellung im Erdgeschoss |
Es ist auch ein gesamter arabischer Palast in seiner ganzen Pracht mit gekachelten Wänden und Böden sowie unglaublich schönen Decken aus Holz ins Museum integriert worden.
Das museumsdidaktische Konzept ist mit Ausnahme des Teils über den Fund eines riesigen Goldschatzes aus Chemtou in meinen Augen ziemlich altmodisch. Leider sind viele der Beschriftungstäfelchen nur noch bruchstückhaft zu lesen, weil sich die Letraset-Buchstaben ablösen, Informationstafeln durch das Berühren der BesucherInnen abgegriffen sind und keine einheitliche Lesehöhe eingehalten wurde. Ausserdem sind die Fundstücke für mich grossenteils zwar thematisch gegliedert, jedoch in Bezug auf die Fundorte auseinandergerissen gruppiert.
Im schönen Café Andalou im Hof haben wir gemütlich eine Pause gemacht und uns mental auf den zweiten Teil der Besichtigung vorbereitet.
Die Ausgrabung sowie die Gestaltung des Ausstellungsteils über den Fund von über 1400 Goldmünzen in Chemtou im Jahr 1993 wurde von Deutschen und französischen Universitäten unterstützt, was sich in der modernen Präsentation und Aufarbeitung des Funds deutlich zeigt.
Chemtou war übrigens der Ort, wo ein rosaroter, in der ganzen römischen Welt sehr begehrter Marmor abgebaut und verarbeitet wurde. Leider konnten wir diese bedeutende Stadt nicht besuchen, weil sie zu nahe an der algerischen Grenze liegt und von der Nationalgarde abgesperrt wird.
Ich war tief beeindruckt von der Vielfalt und der herausragenden Qualität der Exponate im Bardot-Museum - und auch erschlagen von der schieren Menge. Es ist kaum in einem Tag umfassend zu erfassen, zumal man sich zuerst mit der Systematik der Ausstellung vertraut machen muss.
Die Webseite des Museum stellt einen visuellen Besuch zur Verfügung und dokumentiert viele wichtige Ausstellungsstücke.
Auf der heute flüssigen und zeitlich erträglichen Heimfahrt grüsste uns der Abendhimmel mit einem grossartigen Abendrot, einem dramatischen Sonnenuntergangshimmel und einem kleinen aber feinen Regenbogen.
Das Abendessen mit Bier in der dem Camping angeschlossenen Beiz war wie gewohnt gut und wir wurden einmal mehr sehr freundlich aufgenommen. Einer der Kellner begrüsst uns schön als seine Familie.
Ich habe bereits meine Rückfahrt pünktlich auf den Santiglaus und das traditionell dazu gehörende Abendessen mit Grättimannen und heisser Schoggi bei Susanne von Regio di Calabria über Rom, Florenz und Mailand nach Basel für sagenhaft 116 Franken gebucht.
Die Fotos sind heute aus dem iPhone, da ich die Kamera nicht ins Museum mitnehmen durfte.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen