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Dienstag, 18. November 2025

18. November 2025.  Tozeur

Heute haben wir rein gar nichts getan, das einer Erwähnung wert wäre, und trotzdem will ich aus reiner Gewohnheit schreiben.

Zum Reisen gehört auch, mit so einem Tag umzugehen und den Tatendrang, die Lust interessante Dinge zu sehen und Neues zu lernen in den Hintergrund zu stellen und sich der Situation hinzugeben. Für mich bedeutet Reisen, das Land und die Leute kennen zu lernen, Sehenswürdigkeiten anzuschauen, Landschaften zu erleben und sich auf Neues einzulassen.

Da gibt es aber - wie zu Hause - auch Tage, an denen nichts spektakuläres geschieht. Und trotzdem passiert mit einem etwas, das vielleicht schwieriger auszuhalten ist als wenn man sich von einem interessanten Ort zum nächsten bewegt.

Für mich war heute ein Tag, an dem ich mein Zuhause vermisst habe. Das Haus, das ich selber gebaut habe und wo ich jede Ecke bis ins Detail kenne. Die Menschen, die ich täglich treffe und heute besonders vermisse. Die Familie, die mir sehr nah und viel wert ist und einfach «meine» Stadt. Definitiv am meisten fehlt mir mein Enkel Neo, der mich normalerweise jeden Mittwochnachmittag mit seiner aufgeweckten und fordernden Art auf Trab hält. Auch wenn ich daheim viel Zeit rumhänge und scheinbar nichts tue, fehlt mir das alles an einem Tag in der Fremde beim Nichtstun. Komisch eigentlich.

Auf unserem Camping macht ein etwas älteres Paar als wir es sind gerade auch Station. Sie reisen seit vielen Jahren monatelang mit einem Reisemobil vor allem in Afrika umher. In einem Gespräch bei der Freiluftküche, wo ich gerade unser super einfaches Abendessen zubereitet habe, erzählte der männliche Part ein wenig von den Reisen. Beim Zuhören ist mir bewusst geworden, dass mir monatelanges Reisen im Grunde ziemlich fremd ist, dass ich es mit einer Ausnahme nicht kenne und auch keine grosse Lust darauf habe. Ich bin wohl eher der Ferientyp als der Globetrotter.

Mir fehlen zur Zeit ganz einfache Dinge wie zum Beispiel das Einkaufen und Kochen der typischen Gerichte, die ich so liebe. Ein Penne-Salat oder ein Curry mit Reis, eine thailändische Suppe oder ein Ragout, Bratkartoffeln, Bratwurst mit Rösti oder auch einfach eine Schale Birchermüesli. Und natürlich die grossen Mengen Schwarztee mit frischer Vollmilch und Rohrzucker.

Gewohnheitsmensch nennt man das wohl.

Beim gemütlichen kleinen Bier (ich trinke hier etwa jeden dritten Tag eine 0,25l-Dose Bier) nach dem Eindunkeln spazierte keine drei Meter von unserem Standort ein Fennek vorbei. Zuerst meinte ich, es sei eine Katze - aber die Silhouette stimmt so gar nicht überein. Das Tier sah viel mehr wie ein Fuchs aus, also tippte ich sofort auf einen Fennek. Diese Tiere leben in ganz Nordafrika (und nur hier) und besuchen auf der nächtlichen Nahrungssuche scheinbar oft auf Siedlungen oder Zeltlager. Da ich die Kamera nicht so schnell zur Hand hatte und die Lichtverhältnisse eh kein anständiges Foto zugelassen hätte, füge ich ein Bild aus dem Internet  an.


Schade ist das putzige Kerlchen so schnell wieder verschwunden!

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