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Donnerstag, 6. November 2025

6. November 2025. Douz

Leider vertrödelten wir den Morgen mit Kaffeetrinken, Diskussionen über die bevorstehende Wüstentour und einfach gemütlich neben dem Landrover sitzen und schnacken, so dass wir den umtriebigen Teil des wöchentlichen Viehmarktes verpassten. Als wir auf dem sehr nahe beim Campingplatz gelegenen Gelände eintrafen, waren die meisten Schafe, Geissen, Hühner und andere Tiere bereits abtransportiert. Ein paar wenige waren noch da. 


In den Strassen, hinter dem Viehmarkt wurden allerlei Gebrauchsgegenstände und Baumaterialien verkauft, auch der Lebensmittelmarkt war grösser als sonst. Wir warfen nur einen kurzen Blick darauf, denn trotz des grossen Angebots schien es mir nicht besonders interessant und fotogen. Dafür war der Kaffee in einer nahe gelegenen Bar besonders gut.



Haitham, unser Führer, gesellte sich nach einem kurzen Anruf zu uns und wir besprachen Route, Ausrüstung, administratives und ein paar Kleinigkeiten für die Tour, auf die wir morgen gehen werden. da wir beide keinerlei Erfahrung im Fahren auf Sand haben – Albrecht geht mit seinen Landrovern regelmässig ins europäische Gelände und ist auch auf komplizierten Tracks sehr erfahren - hat uns Haitham eine gemässigte Route mit geringem Schwierigkeitsgrad empfohlen. Diese führt zuerst Richtung Süden an einen Ort, den sie Tembaine nennen (ich habe ihn weder auf der Landkarte, noch im Internet auf Karten gefunden). Ein grosser Teil des Weges dorthin ist Piste, es hat aber auch einen Abschnitt im Sand mit wenigen, relativ kleinen Dünen. Von dort aus machen wir einen Bogen Richtung des westlich gelegenen Ksar Ghilane. Dort befindet sich ein aus einer warmen Quelle gespeister Pool, in dem man – sofern man will und Badehosen dabei hat, was ich natürlich habe - baden kann. In dem Ort befindet sich auch ein altes, französisches Fort, das auf den Resten des römischen Tisavar gebaut worden war. Es soll eine sehr schöne Gegend sein.

Wir werden dazwischen in der Wüste übernachten und Haitham wird uns ein Beduinengericht zubereiten. Was es genau sein wird, weiss ich jetzt noch nicht. Er wird scheinbar ein so genanntes Sandbrot nach Beduinen-Art kredenzen. Natürlich gehört zu dem Abenteuer auch eine Instruktion im Fahren auf Sand. 


Die Friedhoftür von gestern - jetzt stand kein Lastwagen davor

Ab Ksar Ghilane ist die Strasse wieder befestigt und wir werden alleine Richtung die Höhlenstädte im Dahargebirge weiterfahren. 


Vier junge Dromedare werden im landestypische Viehtransporter

Nach dieser Besprechung mussten wir zuerst am Automaten Geld ziehen, um dieses Abenteuer bezahlen zu können. Albrecht übernimmt die Kosten, denn es ist schon lange sein Wunsch, mit seinem Land Rover in der Wüste zu fahren. Danach gab es einen kleinen Imbiss in einem einfachen Restaurant und dann besuchten wir das Musée du Sahara. Es ist das jüngste Museum in Tunesien und befasst sich mit allen Aspekten des Lebens der Beduinen in der Sahara. Die Ausstellung ist sehr überschaubar und gerade deshalb besonders informativ. Eine zentrale Rolle nehmen dabei die Dromedare und ihre Haltung sowie deren Wichtigkeit für die Nomaden in der Vergangenheit ein. Ausserdem werden Kulturtechniken, Rituale, Kleidung, Zeltbau und Vegetation kurz und prägnant beschrieben. Ein sehr interessanter Aspekt ist die Koexistenz zwischen Nomaden und sesshaften Bewohnern der Region. Diese haben sich gegenseitig unterstützt und miteinander gehandelt. Jeder nomadische Stamm hatte klar definierte, sesshafte Kommunen, mit denen er interagierte. 

Die Exponate sind in schlichten Vitrinen ausgestellt und Tafeln mit den dazu passenden Erklärungen sind in Arabisch, Französisch und Englisch verfasst. 


Mural gegenüber des Musée du Sahara

Von dort aus ging es zurück auf den Campingplatz und den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Erfahrungsaustausch über Wüstentouren, wobei wir einige gute Tipps von anderen Reisenden erhielten.


Gegen Abend holte uns Haitham mit seinem Toyota 4 × 4 ab und führte uns zum Abendessen in einen Komplex, wo oft kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden. Ich bestellte eine Ojja, ein tunesisches Gericht mit Tomaten, anderem Gemüse, Hähnchenfleisch und Ei. Es war relativ rezent und schmeckte super fein. Aus Dankbarkeit, dass Albrecht mich mit auf dieses Abenteuer genommen hat und weil Haitham sich viel Mühe für die Vorbereitung und Verständnis für unsere Anliegen aufgebracht hat, habe ich die zwei sehr gerne dazu eingeladen.


Ojja

Jetzt bleiben mir noch etwa 8 Stunden Schlaf und dann geht das nächste Abenteuer los. Ich freue mich sehr darauf!

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